Jahrbuch der Arbeitsgemeinschaft Schwansen, Amt Hütten, Dänischwohld
Published: Eckernförde, 1936-1941. (ZDB-ID: 5687573)
Volume 2, 1937, pp. 64-75
"Landhandwerker im Kreise Eckernförde während der ersten hälfte des 18. Jahrhunderts" von Christian Kock in Norby
Die urkundlichen Unterlagen zu nachstehenden Ausführungen stammen, soweit sie das Amt Hütten betreffen, aus Akten des Staatsarchivs in Kiel, auf die Herr Staatsarchivrat Dr. Hoffmann mich verwies. Sie sind entnommen aus C XIII, Nr. 1625 für die Jahre 1711/1713, aus A XXIV (Hüttener Amtsrechnungen) für das Jahr 1718. Hinsichtlich der adeligen Güterdistrikte Schwansens und Dänischwohlds sowie des schleswigschen Domkapitel=Distrikts, Vogtey Kosel, verdanke ich das Quellenmaterial Herrn Rektor i. R. Willers Jessen in Eckernförde, der mir aus dem Eckernförder Stadtarchiv die Handwerkerlisten aus dem zuletzterwähnten Landgebieten zugänglich machte. Für die allgemeinen Einleitungen wurde vielfach benutzt: Hähnsen, Fritz, die Entwicklung des ländlichen Handwerks in Schleswig-Holstein (Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins. Herausgegeben von der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, 9. Band. Leipzig 1923).
Seit dem Mittelalter ist die Stadt der Hauptsitz des Handwerks, teils durch die Gewährung besonderer Vorrechte an sie von seiten der Landesherren, teils durch die bessere Entfaltungsmöglichkeit des Handwerks inmitten der dichteren Bevölkerung der Stadt. Vielfach bestimmte eine die Stadt umhegende Bannmeile das Gebiet, in dem sich sein handwerker niederlassen durfte, der nicht der jeweiligen Handwerkerzunft innerhalb der Stadt eingeliedert war. Mit einer gewissen Eifersucht überwachten Zünfte und Stadtregiment die Innehaltung der Bestimmungen über die Bannmeile, die nicht selten sogar verdoppelt, ja, verdreifacht wurde. Durch das Bannmeilenrecht übten die Städte einen einfluß aus, der von dem platten Lande oft als Herrschaft empfunden wurde. Seit Ausgang des Mittelalters regte sich in der ländlichen Bevölkerung ein Widerstand gegen die Bevormundung durch die Stadt, der sich in gewerblicher Hinsicht hauptsächlich in einer zahlreicheren Ansiedlung von Handwerkern auf dem Lande äußerte. In Schleswig-Holstein wurde dieses Streben nach wirtschaftlicher Befreiung von den Städten rechtlich noch gefördert durch die seit 1615 einige Jahre in dem königlichen und herzoglichen Anteil eingeführte Beseitigung der öffentlich-rechtlichen Stellung der Handwerksämter, die durch Aufhebung des Zunftzwanges einem Zustand der Gewerbefreiheit gleichkam. Ein paar Beispiele aus dem damaligen Gute Saxtorf mögen als Beleg zum Vorhergehenden dienen und zeigen, wie auf dem Lande sich Gewerbetreibende anzusiedeln begannen, die dort im 17. Jahrhundert nicht geduldet wurden: 1548 war der "Lichtenmaker" (Lichtgießer) Nicolai zugleich Küster in Riseby. 1686 arbeiten und wohnten zu Kasmark, damals einem Dorf von 7 Hufen und 2 Wurtsitzen, die "Lirendreyer" (Orgeldreher) Jens und Jochen Axel, Vater und Sohn, und an wechselnden Orten, in Loose, Basdorf, Schulenkrug, der "Lirendreyer" Jens Laurs, +22.7.1709, seine Frau Sinnete + 28.2.1711. 1686 war in Loose ein Büchsenmacher (Waffenschmied) Hans Cordt tätig.
Die zahlreichen, verheerenden Kriege im 17. Jahrhundert bedeuteten für die Städte eine Zeit des Niedergangs. Handel und Wandel stockten; die Steuerkraft erlahmte, und vielfach erlosch sie ganz. Sie zu heben und den Städten neues Leben zuzuführen, stellten sich die Landesherren um den Abschluß des 17. und den Beginn des 18. Jahrhunderts, die bisher durchweg eine Politik des behutsamen Ausgleichs zwischen städtischem und ländlichem Handwerk betrieben hatten, entschieden auf die Seite der Zünfte. Im königlichen Anteil des Landes bestimmte die "Constitution wegen Abstellung bürgerlicher Nahrung und Hantierung auf dem Lande" vom 2. August 1686 das Bannmeilenrecht. Es sollte auf der Geest 2 Meilen, in der Marsch eine Meile betragen. Innerhalb dieser Bezirke sollten auf dem Lande keine andern Handwerker als Grobschmiede, Rademacher, Böttcher, Bauernschneider und Bauernschuster wohnen. Alle andern Handwerker im Bannmeilenbezirk sollten entweder ihr Handwerk aufgeben oder in die Städte ziehen. In ähnlicher Weise ging die herzoglich gottorfische Regierung durch einen Befehl vom 6. August 1708 vor. Doch beschränkte man im herzoglichen Gebiet das Bannmeilenrecht auf eine Meile. Den davon betroffenen Handwerkern wurde aufgegeben, binnen einem Jahre in die Stadt zu ziehen. 1711 am 8. April endlich kam eine "Gemeinschaftliche Verordnung wegen Abstellung der bürgerlichen Nahrung auf dem Lande" von königlicher und herzoglicher Regierung heraus, die bis zur Einführung der Gewerbesreiheit in preußischer Zeit das gewerbliche Grundgesetz bildete. Rechtsgültig war die Verordnung besonders für die sog. gemeinschaftlichen Distrikte, bei uns also für Schwansen und Dänischwohld. In unserm Geestlande wurde das Bannmeilenrecht auf 3 Meilen im Umkreise der Stadt festgelegt. Hier sollte kein Handel und Wandel getrieben werden. Innerhalb dieses verbotenen Gebietes durften für jedes Kirchspiel oder jedes adelige Gut nur je 1 Rademacher, 1 Grobschmied, 1 Bauernschneider und 1 Bauernschuster ihr Handwerk treiben. Sie sollten nicht mit ihren Waren auf die Jahrmärkte ziehen, noch solche in den Städten zum Verkauf bringen, auch nicht für Leute außerhalb ihres Bezirks Waren anfertigen.
Die praktische Durch führung der Verordnung scheiterte trotz energischer Strafandrohung und Ausführungs-bestimmungen. Gegenüber dem Andrängen der Prälaten und der Ritterschaft traten die Landesherren den Rückzug an. Noch im Jahre 1711 wurden außer den schon zugelassenen Handwerkern jetzt auch noch Zimmerleute, Böttcher und Leinweber auf den Dörfern zugelassen, soweit sie als Leibeigene oder Fremde häuslich angesessen waren. Weiter hieß es: "Diejenigen aber, so etwa nicht vermögend, ihre auf dem Land habende eigene Häufer zu verkaufen und zu verlassen, auf ihre Lebzeit gegen eine gewisse Abgift an die nächstgelegene Stadt, unter billiger Moderierung der Amtsleute und Obrigkeiten jedes Orts, verbleiben mögen."
Wir Nachlebenden haben der Wirtschaftspolitik damaliger Regierungen genaue Nachweisungen zu verdanken über die in den einzelnen Landgemeinden wohnenden Handwerker. Diese Nachweisungen bilden eine beachtliche Quelle für Familienforschung, zumal sie weiter zurückreichen als mancherorts die Kirchenbücher. Auch in volkskundlicher und kulturgeschichtlicher Hinsicht geben sie einige Fingerzeige. Die beiden Verzeichnisse aus dem Amte Hütten von 1711/13 sowie 1718 spiegeln deutlich die von Jahr zu Jahr sich steigernde Notlage und Verarmung der Bevölkerung während des Nordischen Krieges wider. Bei der letztgenannten Uebersicht ist zu beachten, daß manche Eintragungen in der 4. Spalte erst 1713 erfolgten.
Nach dem Nordlischen Kriege hat König Christian VI. sich durch eine Statthalterverfügung vom 13. Sept. 1733 erneut mit den Handwerkerverhältnissen auf dem Lande befasst und die alten Bestimmungen eingeschärft. Die neue Verfügung, die für unsern gesamten Kreis Eckernförde maßgebend war, enthielt die einschränkende Bestimmung, "daß die auf dem Lande in den verbotenen Distrikten einmal befindlichen Handwerker zu dulden, jedoch dahin zu sehen, daß keine mehrere allda sich niederlassen." Von Jahr zu Jahr mußte jede Obrigkeit eine Liste der Gewerbetreibenden einreichen nach folgendem Schema:
| 1. | 2. | 3. | 4. |
| Welche d. 1. Aug. 1733 sich in dem würcklichem Cl/r/xcercitio ihrer Profession und bürgerlichen Nahrung erfunden. | Welche und wieviel davon abgegangen. | Welche sich seit dem 1. Aug. 1733 etwa von neuem niedergesetzet. | Wie hoch die würckliche Anzahl der gegenwärtigen Landhandwerker und Nahrungtreibenden sich überhaupt bestrecke. |
Die untenstehenden Nachweisungen aus den adeligen Gütern sind solchen Listen entnommen.
Sowohl hinsichtlich des Amtes Hütten als auch der adligen Distrikte erscheint in den Verzeichnissen dem unbefangenen Auge des Lesers das Nachteilige beim einzelnen Gewerbebetrieb stärker hervorgekehrt als das Vorteilhafte. Diese Erscheinung erklärt sich. wohl aus dem Bestreben der einzelnen Obrigkeiten, die Gewerbetreibenden ihres Distrikts möglichst vor den Zugriffen der Zünfte zu schützen und den Werkbetrieb des Einzelnen als geringfügig und bedeutungslos darzustellen.
A.
Staatsarchiv Kiel C XIII, Nr. 1625.
Designatio derer Hüttener Ambts-Eingesessene, so Handwerckere senn sollen, wie selbige den 4. Oktobris 1711 bey verlangter Wegbringung der Handwercker von dem Lande nach den Städten in Camera zu Gottorff übergeben worden.
Als
1. |
2. |
3. |
4. |
| Eingesessene in: | haben Handwercker | ernähren sich | sind respective contribuierende (1) und andere Insten. |
| Hummelfeldt: | |||
| Jürgen Klinck | ein Schuster | häuret einige Ländereien und nähret sich von Schuhslicken | giebet Contribution |
[Footnote] 1) contribuierende Insten sind Kontribution, d.h. Steuern, zahlende Einwohner von Katen, die sie entweder im Besitz haben oder zu Häuer (Miete, Pacht) bewohnen.
| Eingesessene in: | haben Handwercker | ernähren sich | sind respective contribuierende und andere Insten. |
| Clauß Jahn | Grob- und Kleinschmid | hat auch gehäuerte Ländereyen | bewohnt ein eigen. Hauß u. muß davon geben (d.h. Steuern bezahlen) |
| Junger Hinr. Goeß | Rademacher | ernähret sich von Tagelohn und ein bißchen Häuerland | Inste |
| Otto Sohrt | do. | brauchet es wenig u. ist diesen Sommer Schütter (1) gewesen | Häuer - Inste |
| Ernst Schwenn | Weber | Die Arbeit bestehet meist in groben Hauß-Manns-Leinen und sien meistes Brodt suchet er mit Taglohn | Häuer - Inste |
| Osterbuy: | |||
| Henning Jeß | Rademacher | ist gantz ungesund | hat ein kl. Häußgen, itzund todt (1713.10.11) |
| Andreas Aßmus | do. | braucht es wenig | hat ein eigen Hauß u. giebet Contribution |
| Jürgen Jeß | ein Schneider | ernähret sich meistens von Taglohn | do. |
| Hinrich Peter | ein Grobschmied | hat wenig zu thun | bewohnet ein eigenes kleines Hauß |
| Hinrich Wendt | ein Zimmerer | brauchet es nicht mehr ist ein Taglöhner und dröschet itzund in Dithmarschen | wohnen zu Häuer |
| Jürgen Greve | ein Rademacher | brauchet es wenig u. ist Taglöhner | wohnen zu Häuer |
| Freidrich Sommer | ein Schneider | ist daben ein Schulmeister | wohnen zu Häuer |
| Joh. Meyenburg | ein Schneider | ist schwindfüchtig ung fast immer bettlägerig | wohnen zu Häuer - itzund todt (10.11.1713) |
| Strepel: | |||
| Clauß Bohtmann | ein Tischler | gantz lahm u. gebrechlich, und er hat daben Grätz (Krätze) hat auch Ländereien v. Hütten | hat ein eigen Hauß |
| Christ. Seemann | sind Zimmerleute | gebrauchen das Handwerk wenig, weiln sie eine Huefe angenommen | Sind vorhin Insten gewesen |
| Heinrich Seemann | sind Zimmerleute | gebrauchen das Handwerk wenig, weiln sie eine Huefe angenommen | Sind vorhin Insten gewesen |
| Detlef Seemann | sind Zimmerleute | gebrauchen das Handwerk wenig, weiln sie eine Huefe angenommen | Sind vorhin Insten gewesen |
| Habuy: | |||
| Timm Benn | ein Schnieder | ist dabey des Dorfs Schulmeister | hat ein eigenes Häußgen |
[Footnote] 1) Schütter-Flurschutze
| Eingesessene in: | haben Handwercker | ernähren sich | sind respective contribuierende und andere Insten. |
| Hans Thomßen | ein Schneider | auch ein Taglöhner | itzund todt |
| Hans Seemann | ein Zimmerm. | Kan sich aber davon nicht ernehren, sondern Zaget (1) und kaufet Holz von Hohenlied (2) | geringe Insten |
| Claus Tode | ein Tischler | brauchet das Handwerk wenig, sondern arbeitet vor Taglohn | geringe Insten |
| Joachim Rühmann | ein Schneider | arbeitet beym Entrepreneur (3) | geringe Insten |
| Gr. - Wittensee: | |||
| Peter Jeß | ein Weber | ist ein alt gebrechlicher Mann | geringe Insten |
| Jürgen Kuhr | ein Rademacher | auch kranck und gebrächlich | geringe Insten |
| Rolff Kuhr | do. | ernähret sich meist von Taglohn | geringe Insten |
| Jürgen Christensen | ein alter Flicker | die Frau gehet im Lande mit Weiß-Brodt und ernähret den Mann | geringe Insten |
| Mattias Schüemann | ein Grobschmid | ein gantz schlechter Mann (4) | geringe Insten |
| Hans Kuhr | ein Rademacher | hat es aber nicht recht gelernet, machet auch wenig neue Arbeit | geringe Insten |
| Johann Näve | ein Schnieder | arbeitet mehrenteils vor Taglohn | geringe Insten |
| Kl. - Wittensee: | |||
| Otto Lensch | ein Rademacher | ist auch ein Decker u. sonsten ein gemeiner Taglöhner | giebet Contribution |
| Bünstorff: | |||
| Peter Schröder | Grobschmid | hat daben wüste HeufenLändereyen in Häuer | do.; itzund todt (10.11.1713) |
| Johann Ploen | Grob- und Kleinschmid | - | contribuiret |
| Ernst Wetke | Schuster u. Alt Flicker | ist sonsten ein Taglöhner | geringe Insten |
| Jürgen Wetke | do. | mehrentheils ein Taglöhner | geringe Insten; itzund todt (10.11.1713) |
| Bunge (Holzbunge): | |||
| Ohl Detlef Möller | Zimmerm. | ein gantz alter Mann und ungefund | contribuiret |
[Footnotes] 1) Zaget - fägt,
2) adl Gut im Dänischenwohld, 3) Entrepreneur,
französisch-Unternehmer, 4) ein gantz schlechter Mann, d. h. er
versteht nicht viel vom Handwerk
| Eingesessene in: | haben Handwercker | ernähren sich | sind respective contribuierende und andere Insten. |
| Casper Lewald | Mauermann | ist mit am Ambte zu Rensburg (1), nähret sich auch von seinen Ländereyen | bewohnt ein eigen Hauß |
| Claus Tiedemann | Zimmerm. | hat zwar recht gelernet, lebet aber meist vom Taglohn | geringe Insten |
| Hinrich von Eisen | Schneider | alt und unvermögend | geringe Insten; itzund todt (10.11.1713) |
| Damendorff: | |||
| Clauß Peter | Rademacher | ist lahm, kann sich damit nicht ernehren, ist auch nur Böhnhoferey (2) | geringer Inste |
| Leohnhard Pockel | Rademacher | ein Taglöhner und Dröscher | hat ein kleines Häußgen |
| Hinrich Peter | Schneider | ein gantz alter unvermögender Mann | etiam (ebenso) itzund todt (10.11.1713) |
| Ascheffel: | |||
| Frenß Kruese | Grobschmid | hat Ländereyen von Hütten, wovon er sich ernehret | ein eigen Hauß |
| Zum Dester Damm bey Damendorff: | |||
| Clauß Plöhn | Grobschmid | hat selbst ein wenig Land, auch vom Pastorat Land gehäuret | etiam (ebenso) |
| Jürgen Tambs | Schneider | verstehet nicht viel vom Handwerk | ein eigen Hauß |
| Asmus Wehn | Rademacher | ist alt und kann fast nicht mehr arbeiten | geringe Insten |
| Tobias Behmer | Schneider | arbeitet daben auch viel vor Taglohn | geringe Insten |
| Clement Bothmann | Tischler | brauchet das Handwerk wenig, sondern samlet Lumpen vor Fämern (3) zu der Papier-Mühle | eigen Hauß |
| Breckendorff: | |||
| Claus Koll | Zimmerm. | haben HerrenLändereyen | bewohnen eigene Häußer und contribuiren |
| Hinrich Dühr | Rademacher | haben HerrenLändereyen | |
| Hinrich Knutzen | Zimmerm. | haben HerrenLändereyen | |
| Clauß Frahm | Grobschmid | lebet von HäuerLändereyen | hat ein klein eigen Hauß |
| Marx Bockmeyer | do. | hat nicht gelernet und lebet von HerrenLändereien | contribuiret |
[Footnotes] 1) Ist am Ambte in Rensburg, d. h. er gehörte dem Maureramte in Rendsburg an, 2) Böhnhoferey, d. h. betreibt das Handwerk, ohne es erlernt zu haben, 3) Fämern, d. h. Fäden, Fäferchen zur Papiergewinnung.
| Eingesessene in: | haben Handwercker | ernähren sich | sind respective contribuierende und andere Insten. |
| Clauß Schnack | Grobschmid | ist alt und ernähret sich womit er kann | contribuiret |
| Owschlag: | |||
| Peter Gosche | Rademacher | ernähret sich von Ackerwerk u. Taglohn | hat ein eigen Hauß u. contribuiret |
| Christoph Stadera | Schneider | verstehet wenig vom Handwerk und ist vor seiner Profession zu rechnen | geringer Inste itzund todt (10.11.1713) |
| Gübuy: | |||
| Detlef Schwenn | Rademacher | mehrentheils ein Taglöhner | hat ein kl. Häußgen |
| Fleckebuy: | |||
| Peter Schmid | Tischler | haben von dem Herrn Tisch-Meister gehäuert ernähret sich mehrentheils von ein Taglohn | haben eigene kleine Häußer |
| Detlef Öhlrich | Tischler | haben von dem Herrn Tisch-Meister gehäuert ernähret sich mehrentheils von ein Taglohn | haben eigene kleine Häußer |
| Peter Öhlrich | Tischler | haben von dem Herrn Tisch-Meister gehäuert ernähret sich mehrentheils von ein Taglohn | haben eigene kleine Häußer |
| Detlef Hintze | Zimmerm. | lebet von ein Taglohn und ist mit unter den privilegirten Spiel-Leuten | geringer Inste |
| Adolf Voigt | Grobschmid | hat daben Land gehäuret | wohnet in dem Ambisgebäude |
| Hollm: | |||
| Hinrich Tietje | Rademacher | lebet mehrentheils von Taglohn | ein eigen Kl.-Hauß |
| Götebuy: | |||
| Christ. Danendahl | Schneider | ernehret sich von Ackerbau, Fischen u. Taglohn | haben eigene Häußer und contribuiren |
| Marx Otto | Tischler | hat von den AmbtsLändereyen in Häuer und ist sonsten ein Taglöhner | haben eigene Häußer und contribuiren |
| Detleff Blender | Rademacher | Taglohn das meiste | geringer Inste |
| Borbuy: | |||
| Simon Hack | Gärtner | hat wenig Nahrung Brodt | ein eigen Hauß und contribuiret |
| Johann Chr. Heye | Barbierer | braucht aber die Profession nicht | geringer Inste weggezogen |
| Marten Neise | Tischler | - | ein eigen kl. Hauß |
| Timm Schröder | Mauermann | - | geringer Inste |
| Gödert Kerbers | Kässelträger (Kessel-händler) | - | ist nicht beständig, sondern bald hie, bald da |
| Söhren Asmuß | alt Flicker | Kan sich aber davon nicht ernehren | geringe Insten |
| Aßmuß Söhren | Handschuhmacher | ist nur pauvre (1) Werk, thut die Wachen vor Taglohn (Nachwächter?) | geringe Insten |
| Daniel N. | Rademacher | machet wenige Arbeit | geringer Inste, weggezogen |
[Footnote] 1) "pauvre", französisch = arm, elend.
Ist also bey vor angeführten Handwerckern zu notieren:
1. das fast die wenigsten von ihnen ihre professiones recht gelernet haben, sondern nur Stümpers seynd, von niemanden sonderlich gefordert werden, -
2. dieselbe sich auch mit ihren Professiones nicht ernehren können, sondern mit Ackerwesen, Taglohn und sonst ehrlichen Mitteln sich ernehren müssen.
Fleckebuy, den 10 ten November 1713.
B.
Staatsarchiv Kiel A XXIV (Hüttener Amtsrechnungen).
Stand des ländlichen Gerwerbebetriebes im Amte Hütten im Jahre 1718.
| Krügern. |
| Otto Rehm zu Hütten |
| Johann Kruß zu Borbuy, der Mann todt, nicht zum besten |
| Rolff Jahn zu Hummelfeldt |
| Henning Syrich zu Owschlag |
| Detlef Peter in Damendorf, ein Vollhufner und in großen Restanten |
| Jürgen Benn in Habuy, nichts zu thun |
| Jacob Hoep in Bünstorf, contribuiret und hat Restanten |
| Timm Haß in Gr.-Wittensee, contribuiret und in Restanten |
| Frentz Langholtz in Osterbuy, contribuiret und in Restanten |
| Hanß Syrich in Bünge (Holzbunge), Halb-Hufner und nichts zu krügen |
| Clauß Schleet in Breckendorff. Umbstände wie vorhin |
| Hinrich Schleet in Klein-Wittensee, nichts zu krügen |
| Hanß Haß in Bistensee, im schlechten Zustand |
| Sehl. Clauß Schnacken Wittwe in Ascheffel. Volle Heufe und in Restanten. |
| Hinrich Syrich in Rambstorff, nichts zu krügen |
| Johann Broderus in Norbuy, wie vorhin |
| Sehl. Johann Bocken Wittwe in Esprehm, gantz arm |
| Johann Möller in Gübuy, wenig zu thun |
| Hanß Grohtkopp in Fleckebuy, Krüget und höckert vor sich. |
| Höckers. | |||
| Frentz Peter in Hummelfeldt, Hünerkäufer, brauchet es gar nicht mehr | |||
| Claus Kühl daselbsten, handelt ein Bißchen, hat nichts zu thun |
| Marx Grohtkopp daselbsten, handelt ein Bißchen, hat nichts zu thun |
[Footnotes] 1) "pauvre", französisch = arm, elend, 2) "Restanten" = Rückstände an Steuern und Abgaben.
| Claus Tambs, in Osterbuy, Hüner Käufer, brauchet es schon in 3 Jahren nicht mehr |
| Claus Kuhr in Gr. Wittensee, tauschet ab und zu ein alt Pferd, im schlechten Zustand |
| Johann Marten Moltzer in Bünstorff, gehet mit ein Tablet, (2) ist nimmer zu Hause, wie auch anitzo nicht |
| Claus Bohtmann in Strepel, Grützmacher, gantz alt und lahm |
| Hinrich Christian in Breckendorff, macht und verkauft Höltzerne Löffel und Schleve, ein abgedankter Soldat, gantz pauvre und bettelt. |
| Handwercken und Professiones. |
| In Borbuy: |
| Simon Haack, Gärtner, gantz pauvre |
| Hinrich Hinrichsen, Schiffszimmermann, ist schlecht |
| Jürgen Peetz, ein Tischer, arm |
| Marten Reisse, ein Tischer, gleichfalls |
| Asmus Hansen, Zimmermann, unvermögend und schlecht |
| Timm Schröder, Mauermann, schlecht und arm |
| Jürgen Greve, Schneider, todt, Frau nach Eckernförde gezogen |
| Sören Aßmussen, Schueslicker, alt, abgedankter Soldat und bettelt |
| Christoph Möller, Zimmermann, alt und gantz arm |
| Johann Schmidt, Weber, hat nichts zu thun |
| Hanß Kruß, Zimmermann, hat nichts zu thun |
| Jenß, Handschuemacher, gantz arm |
| Andres, Zimmermann, nichts zum besten |
| Silcke Kruesen, Webersche, allein, ist lahm und kann nicht arbeiten |
| Ein Koch in Siemon Haacken Hauß, ist erst gekommen |
| In Hummelfeldt: |
| Jürgen Klinck, Schuslicker, nur ein Taglöhner |
| Claus Jahn, Schmidt, ist gebrechlich |
| Ernst Schwenn, Weber, gehet mehrentheils vor Taglohn |
| Jürgen Pockel, Schneider, arbeitet gantz nicht mehr |
| Hinrich Goeß, Rademacher, arbeitet gantz nicht mehr |
| Otto Sohrt, Rademacher, gehet meist vor Taglohn |
| Carsten Goeß, Zimmermann, alt und schlecht, arbeitet garnicht |
| Wilhelm Krüger, Schuslicker, abgedankter Soldat und pauvre |
| In Osterbuy: |
| Andreaß Aßmuß, Rademacher, gantz pauvre |
| Hinrich Peter, Schmidt, vor 3 Jahren abgebrandt |
| Hinrich Wendt, Zimmermann, schlechte Wohnung |
| Jürgen Greve, Rademacher, lebet kümmerlich |
| Frentz Dieterich, Däcker (Strohdachdecker), alt und bettelt |
| Friederich Sommer, Schneider, hat nichts zu thun |
[Footnote] 2) Tablet = Saitenbrett, Zither.
| Thomas Räve, Rademacher, ein schlechter Häuer-Inste |
| Claus Bohtmann, Rademacher, ist schlecht une ein Anfänger |
| Hinrich Otto, Schneider. |
| In Habuy: |
| Timm Benn, ein Schneider, hat nichts zu thun |
| Hanß Seemann, Zimmermann, hat nichts zu thun |
| Clauß Reve, Schneider, ist arm |
| Clauß Koch, Tischler, hat nichts zu thun. |
| In Groß - Wittensee: |
| Claus Kuhr, Rademacher, ernähret sich kümmerlich |
| Sophia Goschen, Weberiche, arm, Wittwe |
| Johann Sieh, Schneider, hat nichts zu thun |
| Matthias Schüemann, Schmid, ist nur schlecht |
| Rolff Kuhr, Rademacher, arbeitet nicht, ist arm und schlecht |
| Elias Mylord, Bötger, ist immer kränklich |
| Hanß Kuhr, Rademacher, ist nur schlecht |
| Johann Gosche, Rademacher, ist nicht allezeit bey Verstand |
| In Klein - Wittensee: |
| Ol Otto Lensch, Rademacher, auch nur schlecht |
| Hanß Sick, Zimmermann, hat wenig zu thun. |
| In Bünstorff: |
| Peter Lantau, ein Schmidt, schlechten Vermögens |
| Johann Plöhn, ein Schmidt, schlecht |
| Claus Speck, ein halber Gliedsetzer oder Wundarzt, verstehet wenig davon |
| Jasper Wien, Schuster, schlechte Rahrung |
| Eggert Greven, Rademacher, wenig zu thun |
| Ernst Wetcke, Schuster, schlechter Häuer-Inste |
| Jochim Jasper, Tischler, soll die Profession gar nicht gebrauchen |
| In Bunge (Holzbunge): |
| Peter Möller, Rademacher, nichts zu thun |
| Peter Syrich, Rademacher, mehrentheils ein Taglöhner |
| Casper Ewald, Mauermann, ist alt und nichts zu thun |
| Detleff Hagge, Zimmermann, schlechten Vermögens. |
| In Damendorff: |
| Leohnhard Pockel, Rademacher, schlechten Vermögens |
| Johann Ramlau im Redder, ein Tischler, ist nur ein Taglöhner |
| Am Damm: |
| Johann Kruse, Schmidt, arm und schmiedet nicht mehr |
| In Ascheffel: |
| Daniel Bielfeld, Schneider, wenig zu thun |
| Claus Plöhn, Schmidt, all sein Gerähtschaft ihm gestohlen |
| Clemens Bohtmann, Tischler, nichts zu verdienen |
| Aßmuß Wehn, Rademacher, alt und schlecht |
| Tobias Behmer, Schneider, soll wenig arbeiten |
| Ahrend Ammon, Lumpensammler, wenig zum besten |
| In Breckendorff: |
| Hinrich Dühr, Rademacher, contribuiret und ist gantz pauvre |
| Claus Koll, Zimmermann, contribuiret, verdienet auch nichts |
| Marx Bockmeyer, Rademacher, contribuiret, auch wenig zu thun |
| Hinrich Knutzen, Zimmermann, auch wenig zu thun |
| Claus Frahm, Schmidt, schlechte Wohnung |
| Hans Staack, Zimmermann, schlechte Wohnung |
| Hinrich Bockmeyer, Schneider, arbeitet wenig |
| Timm Frahm, Rademacher, schlechter Häuer-Inste. |
C.
Aus dem Eckernförder Stadtarchiv.
Handwerker und Nahrungtreibende in Schwansen und Dänischwohld sowie im schleswiger Domkapiteldistrikt, Vogtei Kosel, 1733/41.
| Büstorf: |
| An Freyen: |
| 1. Hans Hinrich Maeck (gespr, Maak), Tischler, |
| 2. Johann Christopher Adam, Leineweber. |
| Leibeigene: |
| 1. Jürgen Kock, Bauren-Schneider, |
| 2. Tieß Carstensen, Krüger, |
| 3. Peter Schween, Böttiger, |
| 4. Jürgen Marten, Rademacher, |
| 5. Christian Maß, Baurenschmied, |
| 6. Peter Schween, Senior, ein Mauermann, |
| 7. Borchert Beußen, ein Zimmermann, |
| 8. Hanß Goeß (gespr. Goos), ein Drechsler. |
Welche seit dem 1 ten Aug. 1733 sich Niedergelassen: 1. Matthias Rose, Bauren-Leinweber.
A. C. Graf v. Ahlefeldt.
| Ornum: |
| An Freyen: |
| 1. Cay Lorentz Bevensee, Zimmermann und Müller (Ornummühle), |
| 2. Detlef Haamann, Krüger zu Messunde. |
| Leibeigene (alle in Missunde): |
| 1. Claus Damlose, Bauren-Schneider, |
| 2. Hans Maas, Bauren-Schuster, |
| 3. Trineke Tieß, Leineweberin, |
| 4. Frentz Mohr, Rademacher, |
| 5. Cay Pier, Graß-Böttiger, |
| 6. Johann Tießen, Tischler, |
| 7. Claus Maß, Schmidt. |
Welche und wieviele davon abgegangen: in Anno 1733 abgegangen der Krüger zu Messunde Detlev Haamann.
Welche seit dem 1. August 1733 sich etwa von Reuem niedergesetzet: Der Krüger Johann Asmussen zu Messunde hat Ao. 1733 wieder gehäuert.
A.C. Graf v. Ahlefeldt.
[END]
| City, village, estate | Jurisdiction | City, district, noble estate | Church parish |
| Ascheffel | Amt Hütten | Hüttenharde | Hütten |
| Bistensee | Amt Hütten | Hüttenharde | Bünsdorf |
| Borby | Amt Hütten | Hüttenharde | Borby |
| Brekendorf | Amt Hütten | Hüttenharde | Hütten |
| Bunge (Holzbunge) | Amt Hütten | Hüttenharde | Bünsdorf |
| Bünsdorf | Amt Hütten | Hüttenharde | Bünsdorf |
| Büstorf, Hof | Schwansener Güterdistrikt | Adl.Gut Büstorf | Rieseby |
| Damendorf/Damm | Amt Hütten | Hüttenharde | Hütten |
| Esprem | Amt Hütten | Hüttenharde | Haddeby |
| Fleckeby | Amt Hütten | Amt Hütten/Hüttenharde | Kosel |
| Groß and Klein Wittensee | Amt Hütten | Hüttenharde | Bünsdorf |
| Güby | Amt Hütten | Hüttenharde | Haddeby |
| Götheby | Amt Hütten | Amt Hütten/Hüttenharde | Kosel |
| Haby | Amt Hütten | Hüttenharde | Sehestedt |
| Holm | Amt Hütten | Amt Hütten/Hüttenharde | Kosel |
| Hummelfeld | Amt Hütten | Amt Hütten/Hüttenharde | Kosel |
| Missunde | Schwansener Güterdistrikt | Adl.Gut Ornum | Kosel |
| Ornum, Hof | Schwansener Güterdistrikt | Adl.Gut Ornum | Kosel |
| Osterby | Amt Hütten | Hüttenharde | Hütten |
| Owschlag | Amt Hütten | Hüttenharde | Kropp |
| Ramsdorf | Amt Hütten | Hüttenharde | Kropp |
| Strepel | ? | ? | ? |